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Emergency Room   Review auf Staffel 11
27.07.2005 von Jeany

Review auf Staffel 11




Wie üblich passieren dramatische Dinge in der Notaufnahme.
Interessante Gaststars, wie Red Buttons (DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON), Frances Fisher (TITANIC), Tim Russ (VOYAGER), Louise Fletcher (EINER FLOG ÜBERS KUCKUCKSNEST), Cynthia Nixon (Miranda in SEX AND THE CITY) und Danny Glover (LETHAL WEAPON) geben sich die Klinke in die Hand. Darüber hinaus gibt es einige Veränderungen hinsichtlich der Stammbesetzung.




VERÄNDERUNGEN

Gleich zwei langjährige Hauptdarstellerinnen verlassen die Serie:
Sowohl Alex Kingston alias Dr. Elisabeth Corday als auch Ming-Na alias Jing-Mei Chen sind nur noch in wenigen Episoden der neuen Staffel zu sehen, bevor sie entgültig ausscheiden.
Während der Ausstieg bei Ming-Na einen eher positiven Grund hatte, nämlich eine Schwangerschaft, waren von der 42 jährigen Alex Kingston zunächst bittere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Serie zu hören, die sie angeblich wegen ihres Alters loswerden wollten. Obwohl die Britin diese Anschuldigungen später dementierte, ändert dies nichts an der Tatsache, dass sie nur noch in zwei Folgen mitspielt und sich dann, nach immerhin sieben Jahren Mitgliedschaft in der ersten Riege von E.R. relativ sang- und klanglos verabschiedet.

Dafür bekommt das County Hospital auch wieder "frisches Blut" in Form diverser wiederkehrender Nebenfiguren, wie zum Beispiel Chirurg Dubenko oder Medizinstudentin Jane. Insbesondere ist hier aber eine neue Hauptfigur zu nennen, und zwar Dr. Ray Barnett, Assistenzarzt der Notaufnahme, gespielt von Shane West, der bereits in der Serie NOCHMAL MIT GEFÜHL eine Hauptrolle spielte und hier als "junger Wilder" sicherlich über das nötige Potential verfügt, zum neuen Schwarm der jüngeren Zuschauerinnen zu avancieren.



Der neue Assistenz-Arzt Dr. Ray Barnett (Shane West)


VERFÜHRUNGEN


Die elfte Staffel steht ungewöhnlich stark unter dem Stern der Romantik, wenn auch, in echter E.R.-Manier, meist getrübt durch irgend welche Schwierigkeiten.
So festigt sich das seit der zehnten Staffel bestehende Band zwischen Dr. Luka Kovac Goran Visnjic) und der Krankenschwester Samantha Taggart (Linda Cardellini), deren Sohn Alex (Oliver Davis) von dem neuen Freund seiner Mutter recht begeistert zu sein scheint. Doch das glück der neuen Familie wird durch verschiedene Dinge beeinflusst, so zum Beispiel Sams Angst, sie könnte schwanger sein, Kovacs Unfähigkeit, offen über seine Gefühle zu sprechen, oder die erneute Rückkehr von Alex` Vater Steve, der seinen Sohn ohne Sams Wissen mitnehmen will, jedoch in letzter Sekunde von Luka daran gehindert wird, was wiederum Alex gar nicht gefällt...

In einem deutlich früheren Stadium befindet sich hingegen die Beziehung zwischen der frischgebackenen Ärztin Abby Lockhart (Maura Tierney)und dem Medizinstudenten Jake Scanlon (Eion Bailey), dessen Mentorin sie ist. Obwohl sich beide vom ersten Augenblick an zueinander hingezogen fühlen, blockt Abby ihre Zuneigung zu Jake zunächst hartnäckig ab und stimmt einer Verabredung erst in dem Moment zu, als er nicht mehr ihr Medizinstudent ist.
Aber während Jake auf eine feste Beziehung mit Abby hofft, ist sie (noch?) nicht bereit, sich ernsthaft an ihn zu binden.

Eine gleichfalls junge Liebe besteht zwischen Abbys Kollegin Neela Rasgotra (Parminder Nagra und Dr. Michael Gallant (Sharif Atkins), der in der vorigen Staffel als Militärarzt in den Irak abberufen wurde und nun bei einem Zwischenstop in Chicago die Gelegenheit nutzt, seine Brieffreundin und ehemalige Medizinstudentin wiederzusehen, bevor er erneut ins Kriegsgeschehen zurückkehren muß.

Ganz andere Probleme ergeben sich für Dr. John Carter (Noah Wyle), der zu Beginn der Staffel mit Freundin Makemba (Thandie Newton) um den gemeinsamen totgeborenen Sohn Josuah trauert.
Als Kem anschließend nach Afrika zurückkehrt, bändelt Carter mit der Sozialarbeiterin Wendall Meade (Madchen Amick) an, die die Beziehung allerdings beendet, als ihr klar wird, dass John emotional noch nicht mit Kem abgeschlossen hat.
Carter setzt sich mit seinen Gefühlen auseinander und bemüht sich schließlich wieder intensiv um Kem, was bedeutet, dass er Chicago für immer verlässt, um ihr zu folgen.


GENERATIONEN

Auch andere Familienangelegenheiten spielen in Season 11 eine wichtige Rolle, angefangen mit Dr. Susan Lewis Sherry Stringfield), deren neue Aufgabe als Leiterin der Notaufnahme ihr Familienleben weitaus stressiger macht, als das bisher ohnehin bereits der Fall war.

Dr. Chen ihrerseits ist mit der Pflege ihres seit einem Unfall schwerkranken und pflegebedürftigen Vaters total überfordert und leistet schließlich auf dessen eindringlichen Wunsch hin sogar Sterbehilfe. Sie tut das im Beisein von Dr. Greg Pratt (Mekhi Phifer), der sie zunächst von ihrem Vorhaben abbringen will, sie dann jedoch unterstützt.

Pratt wiederum versucht sein schlechtes Verhältnis zu seinem eigenen Vater zu verbessern, indem er ihn überraschend aufsucht, nachdem beide jahrelang keinen Kontakt mehr zueinander hatten.

Dr. Kerry Weaver (Laura Innes) dagegen kümmert sich um eine vermeintliche Patientin, die sich überraschend als ihre leibliche Mutter outet, die sie damals nach der Geburt zur Adoption freigab.
Die Freude, ihre richtige Mutter kennenzulernen, verwandelt sich bei Kerry jedoch sehr schnell in bittere Enttäuschung, als Helen, eine strenggläubige Christin, erfährt, dass ihre Tochter lesbisch ist. Als sie Kerry schließlich dennoch ihre Liebe anbietet, gibt diese ihr zu verstehen, dass ihr Akzeptanz wichtiger sei.

Obwohl E.R. eine sehr realitätsnahe Darstellung von Szenen aus einer Notaufnahme zeigt, in der es meist hektisch, aktionsgeladen und blutig zugeht, gelingt es allen Beteiligten dennoch meisterhaft, leise Zwischentöne und anrührende Einblicke in das Seelenleben verschiedener Figuren zu geben.
Dazu gehört vor allem die ganz auf Kerry Weaver zugeschnittene Folge "Just as I am" "Ich bin wie ich bin"), in der die großartige Laura Innes wieder einmal Gelegenheit erhält, ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen, aber auch die Folge "Skin" ("Haut"), in der Abby von Mitgliedern einer kriminellen Gang gekidnappt wird und um ihr Leben fürchten muß, als es ihr nicht gelingt, das Leben eines schwerverletzten Gang- Mitgliedes zu retten.











INNOVATIONEN

Außerdem wird in der neuen Staffel auch erfolgreich mit diversen Techniken und Stilrichtungen experimentiert, innerhalb der Episoden Geschichten zu erzählen.

"Time of Death" ("Zeit zu sterben") beispielsweise dreht sich ausschließlich um die letzte Dreiviertelstunde im Leben eines Patienten, der in der Notaufnahme stirbt.



Die Besonderheit an dieser Erzählweise ist die Darstellung aus der Sicht des Mannes, in der Halluzinationen sich mit der Realität mischen und auf diese Art eine ganz eigene Atmosphäre schaffen.
Etwas anders gelagert ist die Darstellungsweise in "Alone in the Crow" ("Allein in der Menge"). Hier geht es um die Behandlung einer Patientin, die einen Schlaganfall erlitt. Es wird die Diskrepanz zwischen der objektiven Sicht von außen und dem, was im Kopf der wehrlosen Frau vor sich geht, gezeigt, indem große Teile der Episode mit der Stimme der Figur unterlegt sind, die ihre Gedanken und Kommunikationsversuche ausdrückt.

Ähnlich sieht es auch in "Here and There" ("Hier und da") aus, in der Parallelschnitte abwechselnd Neelas Arbeit in Chicago und Gallants Arbeit im Irak zeigen, wobei die Stimmen der beiden Darsteller wechselseitig die fiktiven Briefe, die das voneinander getrennte Liebespaar sich geschrieben hat, vorlesen.

Ein Brief spielt auch eine besondere Rolle in der letzten Folge der Staffel "The Show must go on" ("Die Show muß weitergehen"), in der nicht nur John Carter seinen Abschied vom County nimmt, sondern auch gleichzeitig sein Darsteller Noah Wyle von E.R.
Einige Versatzstücke wurden aufgeboten, um den Weggang des Mannes, der seit Beginn der Serie und damit länger als irgend jemand anders dabei war, gebührend zu feiern.
Die Zuschauer hatten Gelegenheit, John Carters Werdegang vom Medizinstudenten zum Oberarzt über insgesamt 11 Staffeln hautnah mitzuerleben.

So lassen es sich die meisten seiner Weggefährtinnen- und gefährten nicht nehmen, einige Worte zu sagen, auf Carters Abschiedsparty werden Dias und Szenen vom Beginn gezeigt, und selbst von einigen längst aus der Serie ausgeschiedenen Personen sind aus dem Off einige Sätze zu hören, die dem jungen Medizinstudenten von einst im Gedächtnis geblieben sind.
Und Carter übergibt den Brief an sich selbst, den zu schreiben ihm zu Beginn von seinem Oberarzt Dr. Mark Greene geraten wurde, an die Zurückbleibenden... ein gelungener Abschluss der "Dr-Carter- Ära" in EMERGENCY ROOM.






Aber wie heißt es doch so schön: "The Show must go on!" und das wird auch unsere Lieblingskrankenhausserie tun. Titel und Regisseure der ersten Folgen der 12. Staffel, die im September diesen Jahres in den USA startet, sind bereits bekannt!


Bild- und Textquellen:
TV Highlights 08/05, Text (leicht abgeändert) von Redakteurin Jutta Swietlinski










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