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  Wie alles begann
19.07.2005 von Dorothy

Wie alles begann

Dies ist keine Fortsetzung zu Unspoken Words, sondern eher eine zusätzliche Einleitung. Wie haben sich Markus und Tanja überhaupt kennen gelernt? Was machen die beiden beruflich? War es Liebe auf den ersten Blick? Viele Fragen, die hiermit beantwortet werden können.


Im Juli 2002

Markus saß an seinem Computer und surfte auf ein paar Webseiten. Dies war in den letzten Wochen sein liebster Zeitvertreib geworden. Seit seiner Krankheit hatte er einfach zu viel Zeit, und um nicht ständig nachzudenken, hatte er zur Ablenkung angefangen, diverse Serien im Fernsehen zu sehen. Gerade war er auf einer Fanseite zu einer Action-Serie. Dort hielt er sich sehr oft auf, und kannte bereits ein paar der Mitglieder durch die verschiedenen Beiträge.

Ihm fiel ein neues Mitglied, RomanticMystery, auf, das einen Beitrag geschrieben hatte, der ihn bewegte. Es war ein sentimentales Gedicht, und er konnte nicht anders, als eine private Nachricht zu senden. Das Profil von RomanticMystery sagte, das es sich hierbei um eine Frau handelte, die sogar in der Nähe wohnte. Er schrieb ihr, das er das Gedicht überwältigend fände, und ob sie noch mehr geschrieben hätte. Nun war er neugierig, ob und wenn ja, was sie ihm antworten würde.

Er hatte die Nachricht erst wenige Minuten abgesendet, als er schon eine Antwort erhielt.

RomanticMystery hatte ihm tatsächlich geantwortet. Nein, sie habe noch keine anderen Gedichte geschrieben, es war ihr erstes Werk, auch Kurzgeschichten oder ähnliches hatte sie noch nie verfasst.

Die beiden trafen sich nun fast täglich im Chat, und stellten fest, das sie fast identische Interessen hatten. Sie hörten die gleiche Musik, interessierten sich für die gleichen Bücher, gingen weder in Diskotheken noch machten sie selber aktiv Sport.

Obwohl die beiden viel Zeit miteinander verbrachten, sprachen sie doch nicht über wirklich private Dinge. Zum Beispiel, ob sie verheiratet waren oder in einer Partnerschaft lebten.

Markus hatte schon erzählt, das er momentan krank geschrieben war, und er wusste auch von ihr, das sie arbeitslos war.

Einige Wochen später, mittlerweile war es bereits September, erzählte sie Markus aufgeregt, das sie eine Stelle gefunden hatte. Er freute sich mit ihr, auch wenn er traurig war, das er nun nicht mehr so oft mit ihr würde plaudern können.

In den letzten Wochen hatte sich zwischen ihnen etwas verändert. Auch wenn sie immer noch, zumindest virtuell, viel Zeit miteinander verbrachten, war sie irgendwie verschlossen ihm gegenüber. So, als wäre es ihr unangenehm, mit ihm zu reden.

Doch er selber empfand an manchen Tagen nicht anders. Irgendwie wollte er den Kontakt zu ihr aufrecht erhalten, doch es war ihm unangenehm, und er wusste nicht, ob er ihn nicht lieber beenden sollte.

Als Markus wieder gesund war, und er in der nächsten Woche wieder arbeiten gehen sollte, fragte er sie nach ihrem Namen.

Sie nannte ihm ihren Namen, wenn auch mit einem etwas unguten Gefühl im Bauch. Zum Glück war ihr Name nicht gerade selten, so das sie sicher war, das er nie herausfinden würde, wo sie z. B. wohnte, oder wo sie arbeitete.

Markus hingegen ahnte von diesen Gedanken nichts.

Montags Morgens, Ende September

Markus betrat, seit rund 4 Monaten das erste Mal, das Büro der Werbeagentur, in der er nun wieder arbeiten sollte.

Während ihn einige Kollegen herzlich begrüssten – er war immer beliebt gewesen – kam sein Vorgesetzter auf ihn zu.

Nach einer, ziemlich formellen, Begrüssung, ging er gemeinsam mit Markus zu dessen Büro.

Auf dem Weg dorthin teilte sein Chef ihm die Neuigkeit mit: Er hatte eine Kollegin bekommen, die ihn in der nächsten Zeit unterstützen sollte, solange er sich wieder einarbeitete.

Da trat seine neue Kollegin auf ihn zu. Vom ersten Moment war er überwältigt. Als sie sich ihm vorstellte, hatte er das Gefühl, das seine Gedanken ihm einen Streich spielten. Es konnte doch unmöglich sein, das SIE hier vor ihm stand. Das wäre ein zu großer Zufall.

Nun ja, er wusste selber, das der Name, den sie ihm genannt hatte, sehr häufig vorkam. Und er konnte nicht mal sicher sein, das es überhaupt ihr richtiger Name war.

Er merkte, das sie ihn verwirrt ansah. Fast hatte er alles um sich herum vergessen, doch nun begrüsste er sie formell, um sich seinen Gefühlszustand nicht anmerken zu lassen.

Nach Feierabend fuhr er sofort nach Hause und wartete auf RomanticMystery. Er hoffte so sehr, das sie online war.

Als sie sich dann auch tatsächlich bei ihm meldete, tat er so, als ob bei ihm nichts aufregendes passiert sei. Dafür erzählte sie ihm von ihrem neuen Kollegen, und das sie total verwirrt sei, weil sie das Gefühl hatte, ihn schon lange Zeit zu kennen.

Markus hielt es kaum aus, er war sich nun fast sicher, das sie es wirklich war. Doch er schaffte es nicht, ihr alles zu sagen.

In den nächsten Wochen lernten sich Markus und RomanticMystery auf eine andere Art und Weise als im Internet kennen. Doch für ihn war klar, das hier ebenfalls eine starke Zuneigung herrschte.

Nachdem sie sich bereits 4 Monate kannten, nahm Markus seinen ganzen Mut zusammen, und lud sie zum Essen ein.
Er wollte ihr heute abend nun endlich die Wahrheit sagen. Nicht nur, wer er in Wirklichkeit, bzw. im Internet war, sondern auch, das er verheiratet war und 2 Kinder hatte.

Seine Gefühle für sie würde er ihr jedoch verschweigen. Denn, wie gesagt, er war schliesslich verheiratet.

Das Treffen verlief dann allerdings ganz anders, als geplant. Zwar hatte er ihr das gesagt, was er sich vorgenommen hatte, doch sie hatte ganz anders darauf reagiert, als er gedacht hatte. Statt darüber zu lachen oder sich zu freuen, das sie sich nun auch im realen Leben kennen gelernt hatten, wurde sie sauer und fand es gar nicht lustig, das er bereits gewusst hatte, wer sie war, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Sie hatte ihn fast angeschrieen, und hatte dann das Restaurant verlassen.

Ziemlich geknickt war Markus dann auch nach Hause gefahren. Das hatte er nicht gewollt.

Hätte er ihr doch sofort sagen sollen, wer er war? Aber was, wenn sie dann doch jemand anderes gewesen war?

Markus war so traurig, das er den Computer in den nächsten Tagen privat nicht einmal einschaltete.

So konnte er auch die Email nicht lesen, die sie ihm geschickt hatte.

Sie hatte sich für ihr Verhalten entschuldigt. Sie war nur so überrascht gewesen, und hatte doch so falsch reagiert.
Trotz allem würde sie es für besser halten, wenn sie keinen privaten Kontakt mehr hätten.

Währenddessen war die berufliche Situation fast unerträglich für Markus geworden, er hatte zwar versucht, sich mit ihr auszusprechen, doch sie hatte jede private Konversation abgelehnt.

Markus gab jedoch keineswegs auf. Er war sich mittlerweile sicher, das er sich in sie verliebt hatte. Doch sie empfand scheinbar nicht so für ihn. Und er war ja gebunden. Trotzdem wollte er die Freundschaft, die sie im Internet aufgebaut hatten, nicht kampflos aufgeben.
Er schickte ihr Blumen (Sonnenblumen, er wusste, das es ihre Lieblingsblumen waren), nahm eine CD für sie auf mit ihren gemeinsamen Lieblingsliedern, schrieb ihr lange Briefe, die er heimlich in ihren Schreibtisch legte.

Zu Weihnachten schenkte er ihr dann eine Kurzgeschichte, die er für sie geschrieben hatte, in der sie beide die Hauptpersonen spielten, die ihr mitteilen sollte, wie leid es ihm tat, das er sein Wissen so lange für sich behalten hatte.

Auch wenn sie ihm immer noch nicht ganz verziehen hatte, nahm sie jedoch spätestens jetzt sein Friedensangebot an. Sein mutmaßlicher Verrat tat ihr zwar immer noch weh, doch sie würde ihn nicht mehr so rigoros ablehnen.

Ganz langsam entwickelte sich eine zarte Freundschaft zwischen ihnen. Beide waren darauf bedacht, sie nicht durch irgendetwas zu zerstören oder all zu persönlich zu werden.

Aber auch sie war nicht ganz ehrlich zu ihm gewesen, hatte ihm nicht gesagt, das sie sich bereits im Internet in ihn verliebt hatte. Sie würde ihm auch in Zukunft nichts darüber sagen, er war ja verheiratet, sie hatte einen Freund, und sie wollte um nichts in der Welt ihre frische Freundschaft gefährden.


*****The End******
AND
******The Beginning of something New******


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