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  Folge 298
03.05.2007 von Meg_Cummings



Im Krankenhaus

Unruhig sah Cary immer wieder auf die Uhr auf seinem Nachttisch. Ob sie wohl schon hier war? Ob sich ihre Vorgesetzten es in letzter Sekunde wieder anders überlegt hatten und sie doch im Irak ließen?

Er hob den Kopf, als die Tür aufging.

„Wow, das ist ja eine Begrüßung“, lachte Connor, als er das Gesicht seines besten Freundes sah. „Ich war es auf jeden Fall nicht, den du erwartet hast.“

„Entschuldige.“ Cary lehnte sich wieder in die Kissen zurück. „Ich hatte auf die Schwester gehofft, die mir sagt, dass Giselle wohl behalten hier ist.“

„Sie lassen Giselle nach Hause?“

Cary nickte. „Sie… sie ist mit ihrem Jet abgestürzt. Was mit ihrem Co- Piloten ist, weiß man nicht. Aber Giselle bringt man nach Hause.“

Connor beobachtete seinen Freund. „Warte hier. Ich werde mal hören, ob man mir was sagen kann.“

„Danke.“

Es dauerte ein paar Minuten bis Connor zurück ins Zimmer kam. „Bürokraten. Sind Sie ein Angehöriger von Lt. Paige? Nein? Dann darf ich Ihnen leider keine Auskunft geben“, äffte er das Personal nach.

„Hast du was raus gekriegt?“

Connor nickte. „Laut Information von Schwester Simmons ist der Flieger mit Giselle und ihrem Co- Piloten vor zehn Minuten hier gelandet. Du darfst zu ihr, sobald sie ein Zimmer hat.“

Cary atmete erleichtert auf. Sie war hier. Jetzt konnte es nur aufwärts gehen.



Krankenhaus Guadalajara

„Clayton, ich weiß, wie weh es tut, einen geliebten Menschen zu verlieren", sagte Carmen stockend. „Ich habe deinen Vater verloren und meinen Ehemann. Aber es gibt etwas, dass du vielleicht wissen solltest. Etwas, dass dir trotz des Schmerzes vielleicht Hoffnung gibt ..."

„Mein leiblicher Vater ist also tot?" unterbrach Clayton Carmens Redefluss.

„Ja ... nein, ich weiß nicht genau. Ich habe ihn seit 29 Jahren nicht mehr gesehen", sagte sie irritiert durch die Unterbrechung. „Aber das ist es nicht, was ich dir erzählen wollte ..."

„Ich möchte nach Hause“, sagte Clayton unvermittelt.

Carmen sah ihn erschrocken an. „Die Ärzte meinten, dass du noch nicht soweit wärst. Sie wollen noch ein paar Tests machen", stotterte sie.

„Was für Tests? Es geht mir gut. Ich möchte nur so schnell wie möglich hier raus!“

Carmen knetete nervös ihre Hände. „Das kann ich nicht entscheiden. Ich werde mit einem der Ärzte sprechen.“

Wie herbeigewünscht betrat gerade Dr. Hernandez das Krankenzimmer. „Ich wollte mich nur erkundigen, ob alles in Ordnung ist?" fragte sie besorgt, während sie ihre Hände in ihre Kitteltaschen versenkte.

Clayton nickte. „Wann kann meine ... Frau überführt werden?" fragte er stockend.

Dr. Hernandez sah ihn nachdenklich an. „Wir müssen noch einige Formulare fertig machen. Aber dann steht der Überführung nichts mehr im Wege." Sie räusperte sich. „Wollen sie eine Urnen- oder Erdbestattung?"

Carmen warf Dr. Hernandez einen missbilligenden Blick zu.

„Es tut mir leid. Ich muss diese Dinge fragen, weil wir entsprechende Vorkehrungen treffen müssen", erklärte Dr. Hernandez.

Clayton schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter und nickte. „Ich verstehe." Er atmete tief durch. „Wann denken sie, können sie mich entlassen?"

Surf Center

Cole rückte seine Krawatte gerade, bevor er an die Tür zum Surf Center klopfte. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis Vanessa die Tür öffnete.

„Hallo“, begrüßte sie ihn mit einem flüchtigen Kuss „komm rein, ich bin gleich fertig.“

Cole betrat das Haus und schloss die Tür hinter sich. „Du siehst umwerfend aus.“

„Danke“, lächelte Vanessa und sah an sich hinab. „Es war das einzige Kleid was zu diesem Anlass gepasst hat und das ich im Schrank hängen hatte.“

Cole lächelte „Es steht Dir ausgezeichnet.“

„Nur ist es leider nicht mehr das neuste. Ich habe es vor zwei Jahren auf einer Preisverleihung schon getragen.“

„Aber die war ja nicht hier in Sunset Beach oder?“

Vanessa schüttelte ihren Kopf. „Nein, das war in New York.“

„Na dann denke ich doch, dass Dich niemand von hier schon einmal in diesem Kleid gesehen hat.“

Vanessa verdrehte die Augen. „Männer. Es geht doch nicht nur darum, ob mich schon mal jemand in dem Kleid gesehen hat oder nicht, es ist nicht aus dieser Saison.“

Cole trat auf Vanessa zu, nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie zärtlich. „Mir ist es ganz egal, ob es ein Kleid aus dieser Saison oder von vor 10 Jahren ist. Du bist wunderschön und ich bin sicher, so einigen Männern wird der Atem stocken, wenn sie Dich heute sehen. Auch wenn mir das nicht allzu sehr gefallen wird.“

Lachend entzog Vanessa sich ihm. „Cole, manchmal bist Du einfach unmöglich.“

Cole grinste. „Aber Du liebst mich trotzdem, stimmt’s?“

„Und eingebildet bist Du auch noch“, lachte Vanessa. „So, ich muss jetzt nur noch meine Schuhe finden und dann können wir los.“

Cole sah sich um. „Und wo meinst Du, wirst Du sie finden?“

Vanessa seufzte. „Ich denke oben. Die WG hier ist zur Zeit ein einziges Chaos.“

Cole nickte zustimmend, als er Vanessa die Treppe nach oben folgte.

Im Krankenhaus

Brian atmete einmal tief durch, bevor er Patricks Zimmer betrat. Als er von seinem Strandlauf zurückgekommen war, war Nate nicht da gewesen. Er hatte nur einen Zettel gefunden.

Krankenhaus hat angerufen. Muss sofort hin. Nate.

Er entdeckte Nate, der in einer Ecke des Zimmers stand und mit einem Arzt sprach. Er schien aufgebracht zu sein. Als er Brian entdeckte, kam er auf ihn zu gestürmt und fiel ihm um den Hals.

„Hey, was hast du?“

Er sah den Arzt über Nates Schulter fragend an.

„Mr. Jennings Zustand hat sich über Nacht leider verschlechtert. Die nächsten 24 Stunden sind entscheidend.“

Brian nickte wie betäubt und drückte Nate enger an sich.

„Er darf nicht sterben. Er darf mich nicht allein lassen.“

Brian wollte ihm beruhigende Worte sagen, aber ihm fielen keine ein. Er sah zum Bett. Sein Freund war wieder an den Beatmungsschlauch angeschlossen worden und sah im Gesicht blasser aus als am Tag zuvor.

„Können wir etwas tun?“

„Beten Sie. Mehr bleibt uns im Moment leider nicht.“

Brian nickte und zog Nate mit sich zu der Couch.

„Er darf nicht sterben.“

„Nein, das darf er nicht.“

Krankenhaus Guadalajara

„Bleiben sie in Guadalajara?"

„Er ist noch viel zu schwach. Er sollte noch hier bleiben", warf Carmen ein. Sie wollte auf keinen Fall, dass er Raquel in Josefas Haus anträfe.

Dr. Hernandez runzelte die Stirn. „Ich werde meinen Kollegen fragen, was er von der Idee hält." Sie wandte sich Clayton zu. „Sie haben eine Menge in den letzten Tagen durchgemacht. Ich weiß nicht, ob ich einer Entlassung so ohne weiteres zustimmen kann. Fühlen sie sich wirklich schon in der Lage, das Krankenhaus zu verlassen?"

„Ich bin seine Mutter!" fiel Carmen ihr ins Wort. „Wer könnte besser beurteilen, wie es ihm geht, als die eigene Mutter."

Dr. Hernandez lächelte. „Sie haben natürlich Recht, Misses Crosby ..."

„Torres." Carmen lächelte verbindlich. „Ich bin in zweiter Ehe verheiratet", log sie.

Clayton sah sie überrascht an, schwieg jedoch.

„Nun, vielleicht sollten wir ihren Sohn fragen, wie er sich fühlt", sagte Dr. Hernandez nicht ohne eine Spur von Ironie in ihrer Stimme. „Bei Kindern fragen wir noch die Eltern, bei volljährigen Patienten befragen wir den Patienten persönlich."

Carmen warf ihr einen giftigen Blick zu. Was hatte die Frau schon für eine Ahnung!

„Es geht mir gut", sagte Clayton schnell, bevor Carmen ihm wieder ins Wort fallen konnte.

„In Ordnung." Dr. Hernandez nahm ihre Hände aus der Kitteltasche und griff nach Claytons Krankenakte. „Ich werde die Sache klären und komme dann wieder."

„Tun sie das." Clayton atmete erleichtert auf, als die Ärztin das Krankenzimmer verlassen hatte.

„Warum bist du mir in den Rücken gefallen?" fragte Carmen leicht erbost.

„Wie bitte?" fragte Clayton verwirrt.

„Schon gut. Ich dachte nur, es wäre vielleicht besser gewesen, noch eine Weile im Krankenhaus zu bleiben, bis du Gedächtnis vollkommen zurückerlangt hast."

„Das habe ich doch schon", murmelte Clayton. Plötzlich fiel ihm etwas ein. „Du sagtest vorhin, bevor die Ärztin kam, dass du mir noch etwas anderes erzählen müsstest. Was ist es?" fragte er neugierig.

Carmen zögerte. Sie hatte ihm von Raquel erzählen wollen, doch sie war jetzt unsicher, ob es auch der richtige Zeitpunkt war. Er hatte gerade seine Frau verloren. Da war die Nachricht, dass eine andere Frau ein Kind von ihm bekam, vielleicht doch noch ein zusätzlicher Schock.

„Wir reden ein anderes Mal darüber, in Ordnung?"

Clayton runzelte die Stirn, stimmte jedoch nickend zu.

„Gut." Carmen stand auf. „Ich werde gerade noch einmal Josefa anrufen und sie vorbereiten."

Sie stand auf und verließ den Raum. Vor der Tür ließ sie einen leisen Seufzer los. Sie brauchte dringend einen Plan. Denn wenn Dr. Hernandez ihr okay für die Entlassung geben würde, dann würden Raquel und Clayton unweigerlich aufeinander treffen. Sie musste Josefa warnen. Eilig ging sie den Flur entlang und suchte nach einer Telefonzelle.

Surf Center

Cole war Vanessa nach oben in ihr Zimmer gefolgt und blieb nun in der Tür stehen. Kopfschüttelnd betrachtete er das Chaos, das sich vor ihm ausbreitete. Zahllose Kleider warne achtlos über Bett, Fußboden und Stühle verteilt. In einer Ecke lagen einige getragene T-Shirts und Jeans herum und in einem Wäschekorb wartete die Wäsche darauf gebügelt zu werden.

„Was ist denn hier passiert?“ wollte Cole lächelnd wissen. „Ist hier ein Hurrikan durchgefegt?“

Vanessa seufzte. „Ich weiß, es sieht hier schrecklich aus. Aber in letzter Zeit komme ich kaum noch zum aufräumen, da mich ständig jemand mit anderen Dingen ablenkt.“

Cole trat grinsend auf Vanessa zu „Und wer könnte das wohl sein?“

„Lass mich mal überlegen“, Vanessa legte ihren Kopf zur Seite. „Dieser jemand ist jung, dynamisch, sieht gut aus…“

Cole trat noch näher. „Er sieht also gut aus?“

Vanessa nickte. „Ja, besonders wenn er lächelt, dann hat er da diese Grübchen…“

Cole lächelte. „So etwa?“

Vanessa nickte wieder und Cole zog sie in seine Arme, um sie zu küssen.

„Hey“, lachte Vanessa, als sie den Kuss beendet hatten. „Wenn Du nicht aufhörst, kommen wir zu spät zur Hochzeit.“

„Meinst Du das würde jemand auffallen?“

„Cole, Ben ist einer Deiner besten Freunde und Dein Geschäftspartner…“

„Ja, ja“, Cole trat einen Schritt zurück und steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Aber versprich mir, dass wir hier später weiter machen.“

„Versprochen“, lächelte Vanessa und entdeckte die Schuhe, die sie gesucht hatte, unter einem Kleid. „So fern Du Lust hast, später noch einmal in diese Chaos hier zurück zukehren.“

„Das stört mich nicht weiter, aber ich habe eine Idee, wie wir dem ganzen ein wenig entgegensteuern können.“

„Wie denn? Hast Du einen guten Draht zu den Heinzelmännchen?“

Cole schüttelte seinen Kopf. „Nein, aber wenn wir zusammen ziehen würden, dann würden wir nicht immer zwischen Deinem Zimmer hier und meinem hin und her wechseln. Außerdem hätte ich Dich dann Tag und Nacht bei mir.“

Vanessa sah Cole an. „Meinst Du das ernst?“

Cole nickte. „Mir war noch nie etwas so ernst. Und wenn Du möchtest, dann können wir uns gleich morgen ein tolles Apartment in einem Gebäude der Liberty Corporation ansehen.“

Vanessa schlüpfte in ihre Schuhe. „Ein Apartment ganz für uns alleine? Das hört sich traumhaft an.“

„Dann ist es also abgemacht? Morgen sehen wir uns das Apartment an?“

Ja“, nickte Vanessa strahlend. „Aber nun müssen wir wirklich los.“


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