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  Folge 299
10.05.2007 von Meg_Cummings



SBPD

„Du bist schon wieder hier?" Officer Victor Ruiz sah seinen Kollegen überrascht an. „Sagtest du
nicht, dass du dir für den Rest des Tages frei nehmen wolltest, um deine Verlobte zu
überraschen?"

Ricardo nahm seinen Platz im Büro ein und nickte mit zusammengepressten Lippen.

„Und wieso bist du dann wieder hier?"

„Meine Verlobte hat heute andere Pläne", erwiderte er knapp.

„Oh ... okay, dann ..." Victor räusperte sich hörbar. „Dann kannst du dich ja vielleicht um die junge Dame dort hinten kümmern." Er wies zur Wartezone hinüber. „Sie sagte mir, dass sie eine Anzeige machen wollte wegen körperlichen Tätigkeiten ihres Freundes." Er schaute auf die Uhr. „Ich habe nämlich gerade einen Streifeneinsatz zugewiesen bekommen."

Ricardo nickte. „Ja, geh nur", murmelte er. Er hatte sich noch nicht so ganz damit abgefunden, dass er nun dazu verdonnert war, Schreibarbeiten im Büro zu erledigen und Anzeigen aufzunehmen. Er wäre liebend gerne wieder Streife gefahren. Aber das würde wahrscheinlich noch ein paar Monate dauern, bis er wieder dazu fähig war.

„Danke!" Victor lächelte dankbar, bevor er seine Sachen nahm und das Büro verließ.

Seufzend erhob sich Ricardo von seinem Stuhl und ging zu der jungen Frau hinüber. „Ich bin Officer Torres", stellte er sich vor. „Ich werde ihre Anzeige aufnehmen. Würden sie bitte mit in mein Büro kommen?"

Sie nickte mit gesenktem Kopf. Ihre goldenen Locken fielen ihr ins Gesicht, doch es kümmerte sie nicht. Sie stand langsam auf und folgte Ricardo ins Büro.

Ricardo nahm hinter seinem Schreibtisch Platz und griff nach einem Formular. „In Ordnung, Miss. Wir können dann gleich anfangen."

Sie hob langsam den Kopf und gab den Blick frei auf bläuliche Verfärbungen im Bereich der Wangen und des linken Auges. „Mein Freund ..." Sie räusperte sich, weil ihr die Stimme versagte. „Ich möchte ihn anzeigen."

Ricardo starrte sie für einen Moment nur an. Abgesehen von der Tatsache, dass die junge Frau misshandelt worden war, berührte sie etwas in ihm, dass er nicht erklären konnte. Ihre haselnussbraunen Augen erinnerten ihn an Gabi, und wie sie ihn das erste Mal angesehen hatte, an dem Tag, als sie sich kennen gelernt hatten.

„Es tut mir leid. Ich sollte mich vielleicht zuerst vorstellen." Sie verzog das Gesicht zu einem Lächeln. „Mein Name ist Kelly Montgomery."



Missions-Kirche – Umkleideraum von Ben

„Nun halt doch mal still, dann kann ich Dir das verflixte Ding auch richtig binden“, mit diesen Worten fummelte Ted and Bens Fliege herum.

Ben war zu nervös um still zu stehen. „Hast Du es denn noch nicht?“

Ted drehte sich zu Derek um. „Kannst Du ihn nicht mal festhalten?“

Derek hob abweisend die Hände „Haltet mich daraus.“

Ted warf Derek einen warnenden Blick zu. „Warte nur, bist Du an der Reihe bist.“

„Mit was?“ wollte Derek wissen.

„Mit heiraten“, erklärte Ted.

Derek lachte. „Ich und heiraten? Nie im Leben!“

„Man sollte niemals nie sagen“, wandte Ben ein. „Ich dachte zwischen Dir und Kekoa läuft alle sehr gut.“

„Tut es ja auch, aber deswegen müssen wir doch nicht gleich heiraten.“

„Es muss ja auch nicht gleich sein. Heute reicht es erst mal wenn wir Ben mit Meg verheiraten“, grinste Ted. „Du bist dann nächsten Monat dran.“

„Gott bewahre“, Derek schob seine Hände in seine Hosentasche. „Ich kann eh nicht begreifen, warum alle Welt so scharf aufs heiraten ist. Kekoa und ich leben so gut wie zusammen und es läuft gut. Warum sollten wir daran etwas ändern?“

Ben und Ted sahen sich beide an und lächelten. „Weil die Ehe etwas ganz besonderes ist.“

Derek verdrehte die Augen. „Euch beiden Romantiker ist nicht mehr zu helfen.“

Ehe die drei weiter diskutieren konnten, klopfte es an der Tür und sie öffnete sich einen Spaltbreit.

„Darf ich herein kommen?“ Cassie steckte vorsichtig ihren Kopf zur Tür herein.

„Aber natürlich Cassie“, lächelte Ben. „Du gehörst doch schließlich zu uns.“

Cassie trat ein und schloss die Tür hinter sich. Dann drehte sie sich um und betrachtete Ben von oben bis unten.“

„Du siehst gut aus großer Bruder.“

„Danke kleine Schwester“, nervös fummelte Ben erneut an seiner Fliege herum.

„Ich gebs auf“, Ted trat einen Schritt zurück. „Vielleicht kannst Du ja Ben vernünftig die Fliege binden. Er kann einfach nicht still stehen.“

„Na dann lass es mich mal probieren“, mit diesen Worten trat Cassie zu Ben. „Ich bin überrascht, dass ihr alle hier seid und nicht bei Madeline und Kekoa.“

„Schließlich heiratet unser Bruder ja heute und da müssen wir ihn jawohl moralisch unterstützen. Warte nur ab, bis Du an der Reihe bist“, erklärte Ted.

„Mit was?“ wollte Cassie wissen.

Derek lachte „Das ist meine kleine Schwester. Mit heiraten natürlich. Mich wollten die beiden auch schon unter die Haube bringen.“

Cassie schüttelte lachend ihren Kopf. „Ich heirate so schnell bestimmt nicht. Erstens gibt es da keinen Kandidaten und zweitens hat mir in Philadelphia eine kurze Begegnung mit meinem Ex gezeigt, dass ich nicht als „Schmuckstück“ irgendeines Mannes enden will.“

„Du bist goldrichtig Mädchen“, nickte Derek. „Die beiden da können einfach nicht verstehen, dass man auch ohne Trauschein glücklich sein kann.“

„Nun, ich brauche mir darum im Augenblick jedenfalls keine Gedanken machen“, Cassie trat einen Schritt zurück. „So fertig Ben.“

Ben drehte sich zum Spiegel um. „Perfekt. Danke.“

„Gern geschehen.“

Ben drehte sich wieder zu Cassie um und legte seine Hand auf ihre Schulter. „Und keine Sorge, ich bin mir sicher, dass auch Du eines Tages die ganz große Liebe finden wirst.“

„Warten wir’s ab“, lächelte Cassie „Und jetzt werde ich mal nachsehen, wieweit die Braut ist.“

Sie küsste Ben auf die Wange und verließ eilig den Raum, bevor ihre Brüder noch auf die Idee kamen, ihr einen geeigneten Bräutigam auszusuchen.

SBPD

Ricardo nickte mechanisch. Ihre warmen braunen Augen hielten ihn immer noch in ihrem Bann. Ihr Lächeln faszinierte ihn. Es hatte etwas Vertrautes an sich. Obwohl er Kelly Montgomery gerade erst kennen gelernt hatte, fühlte er eine tiefe Verbundenheit zu ihr.

Die Formalitäten waren schnell erledigt. Ricardo schob Kelly das Formular zu, damit sie die Anzeige unterschreiben konnte. „Sie sollten vorsorglich die Schlösser austauschen", sagte er.

Kelly schüttelte den Kopf. „Ich bin vorübergehend ins Hotel gezogen", erklärte sie. „Die Wohnung läuft auf Joshs Namen. Und ich kehre dorthin bestimmt nicht wieder zurück"

„Sie wohnen im Hotel?" fragte Ricardo.

Kelly nickte. „Ja, im Seabreeze. Kennen sie es vielleicht?"

Ricardo lächelte. „Ja, ich kenne es."

Kelly stand auf. „Vielen Dank, Officer Torres! Sie haben mir sehr geholfen."

„Ricardo ... nennen sie mich Ricardo." Für einen Moment war er selber erstaunt über seine Offenheit einer Fremden gegenüber.

Kelly stutzte kurz, doch dann lächelte sie. „Raquel hat mir erzählt, dass sie ..."

„Sie kennen Raquel?" unterbrach Ricardo sie erstaunt.

Kelly erzählte ihm, wie sie beide sich kennen gelernt hatten.

Ricardo lachte. „Die Welt ist wirklich klein." Er schaute auf die Uhr. „Hören Sie, Miss ..."

„Kelly ... Wenn ich sie Ricardo nennen soll, dann müssen sie mich Kelly nennen", sagte sie schmunzelnd.

Ricardo nickte. „Ich habe sowieso gleich Feierabend. Darf ich sie vielleicht nach Hause ... ich meine ins Hotel fahren?"

Kelly hob erstaunt den Kopf. „Ist das ein neuer Service der Polizei?"

Ricardo schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich dachte nur, weil wir denselben Weg haben könnte ich sie mitnehmen. Und sie wissen doch", fügte er schmunzelnd hinzu, „die Polizei, dein Freund und Helfer .."

„Na dann ..." Kelly lachte leise.

Ricardo erhob sich und berührte leicht Kellys Arm. „Hier geht es hinaus."

Als er mit Kelly zu seinem Auto ging wunderte er sich, wie gut gelaunt er plötzlich war. Gabi hatte ihn mit Antonio betrogen, seine Hochzeitsträume waren mit einem Mal zerplatzt, sein ganzes Leben stand Kopf, aber es kümmerte ihn nicht, weil er diese wunderschöne junge Frau an seiner Seite hatte, die seine Hilfe benötigte. Kopfschüttelnd öffnete er die Autotür und ließ Kelly einsteigen.

Missions-Kirche – Umkleideraum von Meg

„Du siehst einfach zauberhaft aus, Meg“, lächelte Joan, als sie die letzte Haarnadel in Megs Frisur feststeckte.

„Danke Mom“, lächelte Meg ihr im Spiegel entgegen. „Mein Gott, bin ich aufgeregt.“

„Das gehört dazu“, lächelte Joan. „Als ich Deinen Vater geheiratet habe, war ich auch ganz aufgeregt.“

„Und ihr seid immer noch glücklich“, Meg legte ihre Hand auf die ihrer Mutter. „Ich hoffe, das Ben und ich das nach so vielen Jahren auch noch sein werden.“

„Bestimmt“, versicherte Joan ihr. „Ben liebt Dich über alles. Das sieht man schon wenn er Dich nur ansieht und Du liebst ihn.“

„Ja“, nickte Meg. „Von ganzen Herzen.“

„Na das sind doch die besten Voraussetzungen für eine gute Ehe.“

„Danke Mom.“

Ein Klopfen an der Tür unterbrach die beiden.

„Warte ich sehe mal nach, wer das ist.“

„Gut Mom“, Meg nahm ihren Lippenstift und zog sich noch einmal die Lippen nach.

Joan ging zur Tür hinüber und öffnete sie einen Spaltbreit. „Ja?“

„Hallo“, lächelte Cassie ihr entgegen. „Sie sind bestimmt Megs Mutter. Ich bin Cassie, Bens Schwester.“

Joan öffnete die Tür ganz und trat zur Seite. „Cassie, kommen Sie doch bitte herein.“

„Danke Mrs. Cummings.“

„Joan, nennen Sie mich einfach Joan. Schließlich werden wir ja heute so etwas wie eine Familie.“

„Ja“, nickte Cassie. „Familie habe ich in letzter Zeit sehr viel bekommen.“

Joan lachte. „Ein wenig zuviel oder?“

Cassie überlegte einen Augenblick und schüttelte dann ihren Kopf. „Nein eigentlich nicht. Ben, Derek und Ted sind einfach nur fabelhaft. Ganz zu schweigen von ihren Frauen.“

„Ja“, mischte sich Meg ein „Die Evans Männer sind schon etwas ganz besonderes. Du aber auch Cassie und ich freue mich sehr, dass Du zugestimmt hast, meine Brautjungfer zu sein.“

„Das mach ich doch sehr gerne.“, lächelte Cassie. „Du siehst übrigens umwerfend aus.“

„Danke“, lächelte Meg. „Hast Du Ben gesehen?“

„Ja“, nickte Cassie „und er ist ganz schön nervös. Ted hatte verzweifelt versucht Bens Fliege zu binden, aber der arme Ben konnte gar nicht ruhig stehen.“

„Vielleicht sollte ich mal rübergehen und das machen“, schlug Joan vor.

„Nicht nötig, ich habe mich gerade darum gekümmert“, antwortete Cassie. „Aber dann bin ich auch so schnell ich konnte da wieder raus, sonst hätten die drei wohl auf der Stelle noch einen Ehemann für mich ausgesucht.“

Meg lachte. „Das klingt so typisch für die drei. Ich früchte Cassie, wenn Du Dich einmal verliebst, dann wird Dein Auserwählter ganz schön unter die Lupe genommen werden.“

„Danke für die Wahrnung“, lachte Cassie „das befürchte ich auch. Aber noch ist es ja nicht soweit.“

„Nein, heute feiern wir erst mal die Hochzeit von Meg und Ben“, nickte Joan ein. „Ich werde dann mal nachsehen ob alle fertig sind und dann Deinen Vater herschicken, damit er Dich zum Altar führen kann.“

„Danke Mom.“ Meg küsste ihre Mutter auf die Wange.

Joan schniefte etwas. „Gern geschehen. Ich fürchte, ich werde gleich literweise Tränen vergießen.“

„Oh bitte nicht Mom, sonst muss ich noch mit heulen.“

Joan lachte. „Ich werde mein bestes versuchen. Also bis gleich.“

„Bis gleich.“


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